Weingarten

Der Winzer’sche Garten war früher ein Obst- und Gemüsegarten. Zwar ist nicht überliefert, ob auch Wein angebaut wurde, aber zum Thema Obstgarten passt Wein natürlich sehr gut. Auch die Namensgebung des Gartens legt den Weinanbau im Winzer’schen Garten neben seiner sonnigen Südostlage nahe.

frisch geschnittene Obstbäume auf einer Streuobstwiese im April. Auch im Winzer'schen Garten sollen später Obstbäume blühen. Foto: Dipl.-Ing. Ehm Eike Ehrig Landschaftsarchitekt BDLA 2012

frisch geschnittene Obstbäume auf einer Streuobstwiese im April. Auch im Winzer’schen Garten sollen später Obstbäume blühen. Foto: Dipl.-Ing. Ehm Eike Ehrig Landschaftsarchitekt BDLA 2012

Die Vereinsgründer Herr Ch. Ebeler und Herr E.E.Ehrig haben Ihre Ausbildung in Weinbauregionen genossen und kamen unabhängig voneinander zur Idee, dass das Bild von Rebhängen auch für ihre Heimatstadt ein schönes Bild abgeben könnte. In Zusammenschau mit den gartenkünstlerischen Artefakten, wie Torbogen und Grotte und dem Blick hinüber zur Sparrenburg könnten die Weinreben ein romantisches Bild ergeben.

Rebzeilen mit Löwenzahn (Taraxacum officinale) in Grunern bei Staufen. Bis die Rebstöcke im Winzer'schen Garten diese stärke erreichen dürften zwei Dekaden vergehen. Foto: Dipl.-Ing Ehm Eike Ehrig Landschaftsarchitekt BDLA 2012

Rebzeilen mit Löwenzahn (Taraxacum officinale) in Grunern bei Staufen. Bis die Rebstöcke im Winzer’schen Garten diese stärke erreichen dürften zwei Dekaden vergehen. Foto: Dipl.-Ing Ehm Eike Ehrig Landschaftsarchitekt BDLA 2012

Als gelernter Winzer dämpfte Herr Ebeler jedoch die Erwartungen an ein Keltern von Weintrauben aus dem Winzer’schen Garten. Dazu ist das ostwestfälische Klima dann doch noch eine Spur zu rau. Aber Trauben zum pflücken und naschen sollten auch bei uns in Bielefeld zu ziehen sein.

Die Idee eines Weinlehrpfades kam auf und wurde schnell wieder verworfen, weil eine Rebsortensammlung außerhalb einer gewachsenen Weinbautradition zu affektiert erschien. LandschaftsArchitekt Ehrig schlug daraufhin vor eine Rebsorte zu wählen, die möglichst robust und wüchsig sein sollte, damit sie auch in unseren Breiten eine Chance hat zur Fruchtreife zu gelangen.

Im Winzer’schen Garten wird somit der Amerikanische Wein „Vitis americana“ in den Rebzeilen stehen. Dieser ist wüchsig, weitestgehend resistent gegen Mehltau und andere Erkrankungen und bringt auch hier zu Lande blaue aromatisch-süße Trauben hervor, die von Oktober bis zum Frost gepflückt werden können. Auch als Saft sind diese Trauben, die geschmacklich ein wenig an Muskateller oder Gewürztraminer erinnern, sehr delikat!

Mit der Entdeckung Amerikas, erfuhr der, seit den Römern in weiten Teilen Europas verbreitete Weinanbau, einen beispiellosen Niedergang.  Den eingeschleppten Krankheitserregern aus der Neuen Welt waren die europäischen Weinsorten nicht gewachsen. In der Folge musste der Weinanbau in Europa vollständig neu aufgebaut werden. Dies geschah zum Teil mit neuen widerstandsfähigeren Züchtungen, die allesamt bis auf den heutigen Tag auf die Amerikanische Weinrebe veredelt wurden.

Wer heute bei einer Wanderung am Rhein entlang oder auch in Italien auf einen aufgelassenen Weinberg stößt wird wild wuchernde Weinranken entdecken. Bei diesen wuchernden Pflanzen handelt es sich um die ausgeschlagenen Unterlagen der Vitis americana, der zuvor veredelten Weinreben. Diese wuchernden Reben sind nicht sonderlich ertragreich, doch wenn sie in Form geschnitten werden, lohnen sie es einem mit reicher Fruchttracht süßer Blauer Trauben. Hoffen wir, dass gute Ernten in den nächsten Jahren im Winzer’schen Garten eintreten werden.

 

Blühendes Steinkraut (Alyssum montanum) anfang April auf einer trockensteinmauer im Markgräfler Land. So könnte es im Winzer'schen Garten auch bald blühen und nach Honig duften! Foto: Dipl.-Ing. Ehm Eike Ehrig Landschaftsarchitekt BDLA 2012

Blühendes Steinkraut (Alyssum montanum) anfang April auf einer trockensteinmauer im Markgräfler Land. So könnte es im Winzer’schen Garten auch bald blühen und nach Honig duften! Foto: Dipl.-Ing. Ehm Eike Ehrig Landschaftsarchitekt BDLA 2012